Immigrant-Institutet

- ein nationales Dokumentationszentrum für Einwanderungs- und Flüchtlingsfragen -

Das Immigrant-Institut ist eine gemeinnützige Nicht-Regierungs-Organisation, die als Informations- und Dokumentationszentrum für Einwanderungs- und Flüchtlingsfragen in Schweden fungiert.

Das Immigrant-Institut wurde 1973 in Stockholm gegründet. Seit 1975 hat das Institut seinen Sitz in Borås, seit dem Sommer 1993 in einem eigenen Gebäude.

 

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Bibliothek

Die Institutsbibliothek umfasst ca. 12000 Titel. Besonders hervorzuheben ist die umfassende Sammlung von Werken eingewanderter Autorinnen und Autoren. Die Sammlung umfasst ca. 4000 verschiedenen literarische Werke von ca. 1000 Autorinnen und Autoren aus dem Bereich der Schönen Literatur. Hinzu kommen über 4000 Berichte und Aufsätze. Die Zeitschriftenabteilung umfasst im Moment um die 1000 verschiedene Zeitschriftentitel, von denen 800 Titel im engeren Sinn Zeitschriften von Einwanderern und Minoriteten sind bzw. in der Hauptsache Einwanderungsfragen behandeln. Im Jahr 2001 erschien ein Katalog mit einer Präsentation von 220 Zeitschriftentiteln aus der Sammlung des Instituts.

Das Zeitungsausschnittsarchiv enthält momentan ungefähr 50000 Zeitungsausschnitte zu Migrations- und Fluechtlingsfragen. Regelmässig ausgewertet werden vorrangig die grössten schwedischen Tageszeitungen.

In der Bibliothek findet sich ausserdem eine Sammlung mit Informationsmaterial von Verbänden, Vereinen und staatlichen Institutionen für Einwanderer bzw. zu Migrations- und Flüchtlingsfragen.

Die Spezialbibliothek des Immigrant-Instituts und die Informationsdienstleistungen sind zu Forschungs- und Studienzwecke kostenlos zugänglich, sowohl vor Ort im Lesesaal des Instituts in Borås als auch via Fernleihe im Rahmen des schwedischen LIBRIS-Verbundes. Der Grossteil des Bibliothek ist als Präsenz- und Rerferenzbestand nicht ausleihbar.

Archiv und Museum

Das Archiv des Immigrant-Instituts umfasst Briefe, Protokolle, Fotos, Plakate, uvm. von Einzelpersonen und Institutionen. Das Archiv enthält die kompletten Nachlässe einzelner Verfasser, z.B. von Karl Bolay und Martin Allwood. Viele nach Schweden eingewanderte Schriftsteller und Journalisten haben dem Archiv ihre Originalmanuskripte übergeben, um deren langfristige Aufbewahrung zu sichern und sie für zukünftige Forschungszwecke bereitzustellen. Ein spezieller Bereich des Archivs besteht aus Informationen zu eingewanderten Kulturarbeitern.

Über 50 eingewanderte Künstler und Künstlerinnen sind mit eigenen Werken in der Kunstsammlung des Instituts vertreten. Ein Teil der Kunstwerke ist in den Räumen des Immigrant-Instituts zu sehen. Drei verschiedene Daueraustellungen behandeln die Geschichte der eingewanderten Wallonen in Schweden, die Geschichte der Einwanderer in Borås von 1621 bis zur Gegenwart sowie das Schicksal eingewanderter Kulturarbeiter in Schweden.

Verlag

Das Immigrant-Institut betreibt einen eigenen Verlag, Invandrarförlaget, in dem bis heute mehr als 140 Buchtitel in 15 verschiedenen Sprachen erschienen sind. Das Institut ist Herausgeber für eine Reihe von Bibliografien und Kataloge zu Einwanderer- und Migrationsfragen. Seit 1980 fungiert der Verlag auch als Distributionszentrale für Literatur von und über Einwanderer in Schweden.

Zeitschrift Indvandrarrapport

Seit 1973 gibt das Institut die Zeitschrift Invandrarrapport heraus, die sich regelmässig mit aktuellen Fragestellungen von und zu Einwanderern beschäftigt und eine der führende Publikationen auf diesem Gebiet ist. Neben aktuellen Themen und Fragestellungen findet sich in jedem Heft ein ausführlicher Rezensionsteil zu den jüngsten Neuerscheinungen.

Weitere Tätigkeitsfelder

Im Laufe der Jahre wurden durch das Immigrant-Insitut eine Vielzahl von Ausstellungen organisiert und präsentiert. Hunderte von Einwandererkünstler hatten durch die Unterstützung und Hilfe des Immigrant-Instituts die Möglichkeit, ihre Kunstwerke, oftmals zum ersten Mal, in Schweden zu zeigen.

Internet

Bereits 1996 begann das Institut damit, ein eigenes Internetportal zu Migrations- und Fluechtlingsfragen aufzubauen. Das Portal gibt umfassende Informationen zu Einwanderungs- und Flüchtlingsfragen und -politik in Schweden, zu Kontaktmöglichkeiten mit Behörden, zu Literatur und Zeitschriften, Schriftstellern und Künstlern, etc.

Die insgesamt mehr als 5000 Seiten werden täglich von ca. 1200 Besuchern genutzt und gelesen (Jan. 2004).

Finanzierung und wirtschaftliche Situation

Die Arbeit des Immigrant-Instituts hat gemeinnützigen Charakter. Seit 1985 erhält das Institut staatliche Unterstützung von Seiten des schwedischen Kulturrates (Kulturrådet). Seit 1989 unterstützt zudem die Kommune Borås das Institut mit einem Mietzuschuss.

Wichtige Einkommensquellen sind darüber hinaus die Mitgliedsbeiträge, der Buchverkauf und die Abonnementsbeiträge für die Zeitschrift Invandrarrapport.

Invandrarnas Hus (Haus der Einwanderer)

Das Immigrant-Institut hat im Sommar 1993 ein eigenes neues Gebäude in der Katrinedalsgata 43 in Borås bezogen. In dem neuen Invandrarnas Hus findet sich Platz für Bibliothek und Archiv, für Ausstellungs- und Veranstaltungsräume und für eine Cafeteria. Die Nutzfläche des Hauses beträgt ca. 1500 qm. Das Gebäude hat ungefähr 10 Mio. Kronen gekostet. Von dieser Summe sind heute noch ca. 7,5 Mio. Kronen als Schulden zu bezahlen.

Unterstützungsfond

Damit die Kosten für das Invandrar Hus gedeckt werden und die Arbeit des Immigrant-Instituts so wie vorgesehen funktionieren kann, ist es notwendig, dass das Immigrant-Insitut erfolgreich Mittel für Miet- und Amortisierungszahlungen und für laufende Kosten einwirbt. Jede Spende, gross oder klein, ist willkommen ("Stödfonden", Postgironr. 85 16 07-2). Bis heute beläuft sich die Summe der eingeworbenen Mittel auf ca. 315 000 Kronen.

Preise und Stipendien

Das Immigrant-Institut vergibt jedes Jahr Preise an Einwanderer und an Schweden für hervorragenden Einsatz für Einwanderer- und Flüchtlingsfragen. Daneben wird besonders das Engagement von Einwanderern im schwedischen Gesellschafts- und Kulturleben durch Preise und Förderung bedacht.

Fördermittel in der Höhe von ungefähr 5% des Unterstützungsfonds des Instituts werden jährlich ausgeteilt. Eingewanderte Kulturabeiter, Autoren, Künstler, Musiker, Fotografen und Dramaturgen können sich jedes Jahr im Februar für ein Stipendium bewerben.

Verwaltungs- und Bueroräume für Einwandererorganisationen

Mehrere Einwandererorganisationen haben ihren Sitz und ihr Buero beim Immigrant-Institutet.

Der Einwanderer-Reichsverbund (Immigranternas riksförbund, IRF) hat heute über 25 Mitgliedsorganisationen aus ganz Schweden, sowohl nationale als auch multinationale. Der IRF will mit seiner Arbeit die Interessen der Einwanderer und Minoriteten in Schweden angemessen in der Öffentlichkeit vertreten. Der Verbund gibt die Zeitschrift Invandraren (Der Einwanderer) heraus.

Sveriges invandrarförfattares förbund (SVIFF).

Internationella konstnärer i Sverige (IKIS)

Addresse:

Immigrant-institutet
Katrinedalsgatan 43
S-504 51 BORÅS, SWEDEN
Phone: +46-(0)33-13 60 70, fax: +46-(0)33- 13 60 75
Postgiro 85 16 07-2. Bankgiro 490-6012.

e-post: migrant@immi.se. Internet: http://www.immi.se